Was uns bewegt 



Wir sind auf dem Weg in die Zukunft. Im Maschinenraum wird hart gearbeitet, die Power ist da. Auf der Brücke sind Profis, die kennen sich aus. Allerdings, man fährt auf Sicht. Das Wetter ist tückisch. Die politische, die soziale, die technologische Landschaft um uns herum verändert sich ständig. Und die Lage kann schnell kippen. 

Europa steckt in der Krise. Seit der Flüchtlingskrise und dem Brexit-Votum ist das überdeutlich. Die Risiken für die gewohnte Stabilität unseres Lebens nehmen spürbar zu. Tag für Tag. Beispiel Schuldenkrise — die „Lösung“ überlassen wir lieber den kommenden Generationen. Vielleicht kommt es aber auch ganz anders und die Zentralbanken steuern mit ihrer lockeren Geldpolitik direkt in die nächste Finanzkrise. Die geopolitischen Kräfte verschieben sich in Richtung Asien. Der Terror islamistischer Gotteskrieger und die toten Flüchtlinge im Mittelmeer machen uns fassungslos. Die Konzentration von Forschungsmitteln und Marktmacht in den Händen weniger global agierender Internetkonzerne nehmen wir achselzuckend hin. Der Datenhunger von Staaten und Unternehmen ist noch längst nicht gestillt. Haben wir uns von der per Grundgesetz geschützten Privatsphäre bereits verabschiedet? Oder wollen wir es lieber gar nicht so genau wissen?

Tritt man einige Schritte zurück, bekommt man das Gefühl: Deutschland hangelt sich von Krise zu Krise, hat aber ein gemeinsames Ziel aus den Augen verloren. Wohlstand für alle? Natürlich. Aber wie soll das genau gehen? Die Arbeit als zentrales Bindeglied der Gesellschaft verändert sich, und zwar grundlegend. Wichtige Hightech-Projekte der Bundesregierung und der Spitzen der Wissenschaft und Wirtschaft wie Industrie 4.0 beschleunigen den Prozess. Die Solidargemeinschaft, lange das soziale Markenzeichen der Bundesrepublik, wird durch das Auseinanderdriften der Einkommens- und Vermögensverhältnisse bedroht.

Natürlich, Deutschland hat die Energiewende. Aber Zweifel sind angebracht, ob es innerhalb der bestehenden Strukturen — viele Mitspieler und noch mehr Interessen — gelingen kann, solche Prozesse erfolgreich zu steuern. Außerdem wird der Zusammenhang von Energiewende, emissionsfreier Mobilität und Klimawandel nicht annähernd diskutiert. Und der Zusammenhang aus Energiewende, emissionsfreier Mobilität und Klimawandel wird nicht thematisiert? Mit Abstand betrachtet, fahren wir nicht nur im Nebel, uns fehlt eine Landkarte, auf der die verschiedenen Zukunftsprojekte verortet sind. Wir wissen einfach nicht, wo es mit Deutschland langfristig hingehen soll.

Was fehlt sind Bilder möglicher und lebenswerter Zukünfte. Und eine Vision, die die Bürger zusammenbringt.

Was man uns anbietet, ist ein Weiter so! Das haben schon frühere Generationen gedacht. Und dann kam alles ganz anders. Zukunftsblindheit verspielt Gestaltungschancen. Dabei sind die Potenziale in Deutschland vorhanden, angefangen beim innovativen Mittelstand und der weit verzweigten Wissenslandschaft über die gut ausgebildeten Fachkräfte und die Infrastruktur bis hin zum Bürgerengagement.

Die Voraussetzungen unserer Demokratie stehen infrage. Der Rechtspopulismus ist im Kommen. Und dahinter steckt nicht nur die Flüchtlingsfrage, sondern auch ein diffuses Unbehagen. Viele Bürger fühlen sich offenbar von den bestehenden Parteien nicht mehr vertreten, der soziale Konsens wird brüchig. Wir sollten uns dem stellen. Wir, das ist nicht Deutschland alleine, sondern Deutschland als Teil der Europäischen Union und eingebettet in die Weltgemeinschaft. Dabei hängt die Zukunftsfähigkeit unseres Landes entscheidend davon ab, ob und wie es gelingt, eine gemeinsame Wertebasis zu finden: für Junge und Alte, Stadt- und Landbewohner, Einkommensstarke und -schwache, Einheimische und Migranten.

Wir benötigen eine Kultur, die Veränderung möglich macht. Die die Menschen mitnimmt und motiviert. Und die sich der Verantwortung für das Morgen bewusst ist. Was fehlt, ist ein dauerhafter Diskurs über die Zukunft Deutschlands in Europa in der Welt. Dafür gibt es keinen Masterplan, kann es nicht geben. Trotzdem muss man — endlich — über Legislaturperioden hinausdenken, um Gestaltungsperspektiven für Politik und Gesellschaft zu eröffnen. Kurz, es fehlt Orientierung, die all denen hilft, die handeln und entscheiden müssen.

D2030 wird eine Landkarte der Zukunft entwerfen und Szenarien entwickeln. Diese Zukunftsbilder helfen uns zu erkennen, vor welchen Herausforderungen wir stehen, welche Handlungsalternativen wir haben und wo wir weiterdenken müssen.

Die Initiative D2030 ist politisch unabhängig und bietet einen offenen Beteiligungsprozess. Die Ergebnisse und unsere Szenarien stehen allen zur Verfügung (Open Source). Seien Sie mit an Bord und geben wir der Zukunft gemeinsam eine Stimme.


Unsere Ziele 

Idee - Symbolbild

Wir möchten einen unabhängigen Zukunftsdiskurs in Deutschland etablieren.

D2030 soll dazu beitragen, vernetztes und langfristiges Denken in sozialen, ökonomischen und politischen Entscheidungsprozessen zu verankern.

Im Mittelpunkt des Zukunftsdialogs steht der Entwurf von fundierten, plausiblen und robusten Zukunftsszenarien für Deutschland. Sie sollen Antworten auf zentrale Zukunftsfragen liefern:

  • Wie wird sich Deutschland langfristig entwickeln?
  • Welche Erwartungen, Hoffnungen und Ängste verbinden Bürgerinnen und Bürger mit der Zukunft Deutschlands?
  • Welche Brüche in der Entwicklung sind denkbar, welche Konflikte zeichnen sich ab?
  • Wo und wie können wir umsteuern, um Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen?
  • Was macht Deutschland nach innen und nach außen „zukunftsrobust“?

Was herauskommen soll

Organisation Ergebnis