Schluss mit Wachstum?

InitiativeD2030 Einladung, Online-Dialog, Szenarioprozess, Zukunftsthemen

Schneller, größer, weiter – dieses Prinzip könnte irgendwann einmal auch ausgereizt sein. Im Online-Dialog der Initiative D2030 steht u.a. auch das Szenario „Bewusste Abkopplung“ zur Diskussion. Wie wahrscheinlich und wie wünschenswert ist ein grünes, regionales und konservatives Deutschland im Jahr 2030?

Deutschland 2030 – Ab ins grüne Paradies?

Ist öko eigentlich out? Wo ist sie geblieben, die grüne Zukunft, die man noch in den 1990er Jahren erwarten konnte, als die Klimakonferenz von Rio Maßstäbe setzte, ein großer Mineralölkonzern in ernsthafte Bedrängnis geriet, weil er eine Bohrplattform im Meer entsorgen wollte und schließlich in Deutschland der Atomausstieg beschlossen wurde? Wer in dieser Zeit aufgewachsen ist, konnte leicht glauben, in 2030 würden die Städte autofrei und das Essen nur noch bio sein. Schöne, verlorene Zukunft?

Schon seit der Geschichte von Adam und Eva weiß man natürlich: Mit grünen Paradiesen ist das so eine Sache. Können Menschen sich wirklich darin einrichten und dauerhaft wohlfühlen? Andererseits: Warum nicht, wenn man sie nicht gar zu utopisch denkt? Das vielleicht gar nicht so unwahrscheinliche Szenario einer ziemlich grünen Zukunft im Jahr 2030 kann man jetzt im Online-Dialog der Initiative D2030 bewerten und kommentieren.

Stellen Sie sich vor: Deutschland setzt entschieden auf fairen und möglichst regionalen Handel. Vielleicht kommt der Kaffee noch aus Südamerika, aber Kleidung wird wieder in Deutschland produziert und Kinderspielzeug sowieso. Wichtiger als Erfolg im internationalen Wettbewerb erscheint der achtsame Umgang mit Mensch und Natur. Darum konzentriert sich das Land auf die Aufrechterhaltung eines Wirtschaftsmodells, das auf Binnennachfrage und gerechte Verteilung des Wohlstands setzt.

Vielleicht ist dieses Deutschland nicht kompromisslos isolationistisch. Aber es überlegt sich genau, mit wem es Handelsbeziehungen eingeht und wo es sich bewusst von der Globalisierung abkoppelt. Heißt öko nicht auch Verzicht? Verzicht jedenfalls auf Billigware aus Niedriglohnländern mit schlechten Arbeitsbedingungen. Verzicht auch auf zu viel privaten Besitz: Die neue Wirtschaft ist natürlich eine sharing economy.

Regionalisierung statt Globalisierung

Kommunen und Regionen gewinen zusehends an Gewicht. Und in Europa macht man vielleicht noch Urlaub, aber die Nachbarländer sind wieder etwas ferner gerückt. Brüssel oder die WTO sollen schließlich die hohen Verbraucher- und Umweltstandards nicht verderben, die mittlerweile in Deutschland etabliert sind. Das Land ist grüner geworden – und ruhiger. Denn während sich alle auf regionale Wirtschaftskreisläufe mit minimalem Wachstum fokussieren, geht auch die Zuwanderung zurück. Schöne grüne Zukunft?

Machen Sie sich selbst ein Bild, stimmen Sie ab und bilden Sie sich eine Meinung! Vielleicht ist ja das wachstumszentrierte Szenario „Spurtreue Beschleunigung“ eher nach Ihrem Geschmack und erscheint Ihnen auch wahrscheinlicher? Noch immer stehen die von der Initiative D2030 insgesamt acht erarbeiten Grund- und Subszenarien zur Überprüfung, Bewertung und Diskussion. Was in Zukunft „in“ ist, oder „out“, das können jetzt auch Sie entscheiden. Jetzt, im Mai, sogar ganz gemütlich und naturnah im Grünen!

Zukunftsbotschafter

 

 

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